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ATV
Ein ATV (kurz für All Terrain Vehicle, deutsch etwa: „All-Gelände-Fahrzeug“) ist ein kleines Kraftfahrzeug für ein bis zwei Personen mit vier Rädern oder seltener mit vier Gleisketten, häufig mit dicken Ballonreifen als Geländefahrzeug. In Deutschland werden Arbeitsfahrzeuge für den Geländeeinsatz, beispielsweise Bergrettungsfahrzeuge mit Allradantrieb eher als ATV bezeichnet. In Kanada oder USA gibt es diese Unterscheidung nicht.
Der Fahrersitz besitzt beim bei den meisten ATVs Sattelform, wie beim Motorrad, die Lenkung wird über eine Lenkstange betätigt. Bei den bisher noch selteneren Side-by-Side-Fahrzeugen, die aus den ATVs abgeleitet sind, werden Sitze ähnlich dem Autositz verbaut, die Lenkung wird über ein Lenkrad bedient. ATV und Side-by-Side Fahrzeuge werden beim Militär, für das diese Fahrzeuge ursprünglich entwickelt wurden, zur Personenbeförderung eingesetzt.
Bei den allradgetrieben ATV wird zusätzlich ein sperrbares Differenzialgetriebe eingebaut. Beim ATV setzt sich inzwischen eine Einzelradaufhängung mit Doppelquerlenkern an der Hinterachse durch, wobei Sperrdifferentialgetriebe an der Hinterachse noch die Ausnahmen sind. Es findet sich bis jetzt nur bei Modellen von Polaris oder Cectek. Diese Art des Differenzials wird bei Polaris unter dem Markennamen Versa Trac vertrieben.
Bei ATVs mit groß dimensionierten Ballonreifen mit geringem Reifen Fülldruck ist der Druck des Reifens auf den Untergrund geringer als beim typischen Quad. Das hält den Reifenabrieb bei Kurvenfahrten in Grenzen. Die Einzelradaufhängung ermöglicht eine stärkere Verschränkung der einzelnen Achsen, was beim Arbeitseinsatz im schweren Gelände oder auf einem Endurotrail wesentliche Vorteile gegenüber einer Starrachse bringt. Im Motocross-Sport bringt diese Bauweise (bis jetzt) keine erfahrbaren Vorteile. Zudem ist eine Einzelradaufhängung schwerer und wartungsintensiver als die Schwingenkonstruktion.
Yamaha bietet in seinem Modell Grizzly 700 als erster OEM (Original Equipment Manufacturer) eine Servolenkung an. Die Vorteile der elektronischen Servolenkung sind bei diesem schweren ATV schon im normalen Betrieb spürbar. Wenn das ATV mit einem Raupenfahrwerk ausgestattet wird ist der Vorteil sehr groß, da ohne die Lenkhilfe durch den hohen Rollwiderstand der Raupen hohe Lenkkräfte vom Fahrer aufzubringen sind.
Der Hersteller Kawasaki geht mit einer gekapselten Ölbad-Mehrscheibenbremse an der Hinterachse seiner ATVs und der KFX700 einen Sonderweg.
Der Rahmen von ATV ist auf eine möglichst große Gesamtstabilität ausgerichtet, welche sich im Gewicht niederschlägt. Dies ist aber für den harten Arbeitseinsatz wie beispielsweise zum Holzrücken unerlässlich und somit kein Nachteil im gedachten Haupteinsatzgebiet.
Im Jahr 2007 hat der Hersteller Arctic Cat ein ATV mit Dieselmotor auf den Markt gebracht. Da Polaris vor einigen Jahren mit dem Versuch gescheitert ist, ein Diesel ATV im Markt zu etablieren, ist Arctic Cat im Moment der einzige ATV OEM mit einem Dieselaggregat.
Die Kraftübertragung zur Antriebsachse erfolgt beim den mit zuschaltbarem Allradantrieb ausgestatteten ATV´s überwiegend ein wartungs- und verschleißarmer Kardanantrieb eingesetzt wird. Die Änderung der Übersetzung ist beim Kardanantrieb nur mit sehr hohen Aufwand machbar. Beim Kettenantrieb lässt sich die Übersetzung sehr leicht durch das Austauschen der Ritzel ändern.
Diese ist bei ATVs schon seit Jahren Standard. In der Regel gibt es eine Low und High Fahrstufe sowie einen neutralen Gang und eine Parkstellung.
ATVs sind in der Regel als Offroadfahrzeuge konzipiert und haben bedingt durch die für Geländefahrten benötigte Bodenfreiheit einen recht hohen Schwerpunkt. Dieser hohe Schwerpunkt kann, zusammen mit einer falschen Körperhaltung des Fahrers, dazu führen, dass das Fahrzeug bei rascher Kurvenfahrt oder einer Hangquerfahrt kippt. Auf ATVs als Arbeitsmaschinen nimmt diese Entwicklung naturgemäß weniger Einfluss. Nach wie vor wird bei plötzlicher starker Beschleunigung die Vorderachse teilweise bis zum Verlust des Kontakts mit dem Untergrund entlastet, das Fahrzeug ist dann vorübergehend nicht mehr lenkbar. Durch dosiertes Gas geben lässt sich dies vermeiden.
ATVs haben ein ganz eigenes Fahrverhalten. Es ist nicht mit dem eines Autos oder eines Motorrads zu vergleichen. Viele Unfälle sind auf Selbstüberschätzung und mangelndes Wissen über die Fahreigenschaften von ATVs zurückzuführen. Da - wie bei den meisten Krafträdern auch - die schützende Karosserie fehlt, sind die Unfallfolgen ähnlich schwer. Außer einem guten Schutzhelm ist daher das Tragen weiterer persönlicher Schutzausrüstung unerlässlich: Körperschutz (entsprechend Motorradkleidung), Schutzhandschuhe, die beim Schleifen auf der Straße nicht durchscheuern oder gar schmelzen und stabiles Schuhwerk. Inzwischen gibt es aber auch für ATVs nachrüstbare Hardtops. Seit den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gibt es alternativ die sogenannten Side-by-Side Fahrzeuge wie das Tomcar oder das Yamaha Rhino. Diese UTV (Utility Terrain Vehicle) Familie besitzt meistens ein Dach oder einen Überrollbügel.
Wegen des speziellen Fahrverhaltens von ATVs ist die Teilnahme an einem Fahrertraining zu empfehlen. In diesen Trainings werden dem Fahrer u. a. die richtigen Körpergrundhaltungen für verschiedene Fahrsituationen wie z. B. Anfahren, Kurvenfahrt, Bergauf Bergabfahrt oder für eine Hangquerung gezeigt. Eine der Fahrsituation angepasste Körperhaltung ist sehr wichtig.
Quelle: Div., Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Quad Stand: 01.09.2009.
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