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Quad
Ein Quad ist ein kleines Kraftfahrzeug für ein bis zwei Personen mit vier Rädern oder seltener mit vier Gleisketten, häufig mit dicken Ballonreifen als Geländefahrzeug. In Deutschland werden Sportfahrzeuge und Freizeitfahrzeuge häufig als Quad bezeichnet.
Der Fahrersitz besitzt beim Quad Sattelform, wie beim Motorrad, die Lenkung wird über eine Lenkstange betätigt. Man kann aber auch
Als „Ur-Quad“ wird meist der Kraka (Kurzwort für Kraftkarren) genannt, der 1962 in Deutschland von der Firma Faun für die Bundeswehr entworfen wurde. Dieses Fahrzeug verwendeten die Luftlandetruppen als Luftverlastbaren Waffenträger. Das Nachfolgemodell war kein Quad mehr sondern der gepanzerte Waffenträger Wiesel.
Die Vorläufer der Quads aus der jüngeren Vergangenheit waren ursprünglich von Honda entwickelte dreirädrige Allterrain Motorcycles (ATC). Auch Yamaha (u. a. "Tri-Z") und Kawasaki (u. a. "Tecate") machten sich in diesem Bereich einen Namen. Absatzmarkt waren die USA, hier tauchten die Fahrzeuge als erstes auf. Die Dreiräder waren zunächst nur als Freizeitfahrzeuge für die südkalifornischen Wüsten gedacht.
Die Fahrwerksgeometrie dieser Dreiräder ist eher auf Spaß als auf Sicherheit ausgelegt. Die Motorkraft wird auf eine starre Hinterachse ohne Schwinge übertragen, auf der zugleich das meiste Gewicht des Fahrers lagert. Beim Beschleunigen wird das Vorderrad so stark entlastet, dass Lenkbewegungen nicht auf den Untergrund übertragen werden. Eine Fahrwerksfederung wurde anfangs nicht verbaut. Diese Aufgabe mussten ausschließlich Ballonreifen übernehmen. Die Folgen dieser sehr einfachen Konstruktion waren zahlreiche schwere Unfälle in den USA. Die Verbraucherschützer setzten schließlich ein Vertriebsverbot durch. Da der Markt jedoch zu lukrativ schien entwickelte die Firma Suzuki das erste vierrädrige „Quad“, die Suzuki LT 125. Mit der Zeit wurde der Aufbau der Fahrzeuge, zum Beispiel die Federung oder die Motoren, immer weiter verbessert. Sie wurden zunächst von Landwirten für die Arbeit auf ihren großen Weiden, dann als Transportfahrzeug und später auch als Sportgerät eingesetzt. Im Sportbereich setzt sich das Quad immer weiter durch, inzwischen werden in vielen Ländern offizielle Quad-Meisterschaften ausgetragen.
Quads haben in der Regel eine starre, zum Rahmen verwindungssteife, an einer Schwinge geführte Hinterachse. Diese Art der Konstruktion hat sich über die Jahre bewährt. Sie sorgt zum einen für eine gewisse Kurvenstabilität, verhindert jedoch andererseits den Einsatz eines Differenzialgetriebes, da das kurveninnere Hinterrad Haftreibung mit der Fahrbahn verliert. Das kann sogar bis zum Verlust des Kontakts zwischen Fahrbahn und Reifen führen, mit einem freien Differenzialgetriebe ginge damit die Traktion verloren, der Antrieb würde nur noch auf den freien Reifen wirken. Schlupf auf einem Hinterrad ist bei dieser Konstruktion aber notwendig, er ermöglicht erst die Kurvenfahrt der kleinen Vierradfahrzeuge.
Die Vorderräder werden sowohl beim Quad als auch beim ATV an Doppelquerlenkern geführt, im Fachjargon A-Arms genannt.
Zur Fahrwerksdämpfung werden in modernen Sportquads Stoßdämpfer an Vorderachse und Hinterachse verbaut, welche in der Zug- und Druckstufe voll einstellbar sind. Viele Dämpfer haben einen separaten Druckausgleichsbehälter, welcher, neben der Aufnahme des verdrängten Öls beim Einfedern, auch zur Kühlung des Dämpferöls dient. Die Fahrwerksfedern sind im oberen Bereich enger als im unteren Bereich gewickelt. Dadurch nimmt die Federhärte beim Einfedern progressiv zu. Leichte Bodenwellen z. B. erfordern nur ein geringes Einfedern und eine geringe Kraftaufnahme. Diese Kraft wird von dem unteren, durch die weitere Wicklung, weicheren Teil der Feder absorbiert. Mit einer durchgehend harten Feder würde der Fahrer schon von einer kleinen Welle einen Schlag am Lenker bekommen oder das Quad sich an der hinteren Schwinge aufschaukeln. Weite Sprünge hingegen erfordern ein starkes Einfedern und eine große Kraftaufnahme. Diese Kraft wird von der oberen, durch die enge Wicklung, stärkeren Teil der Feder aufgenommen. Mit einer durchgehend weichen Feder würde das Fahrwerk durchschlagen und die Kräfte würden auf den Fahrer übertragen. Mit dieser Technik werden die Vorteile einer weichen Feder mit der einer harten Feder kombiniert ohne dabei die Nachteile einzubauen. Natürlich trägt auch der Aufbau des inneren Dämpfer Elements entscheidend dazu bei, das das Gesamtsystem funktioniert. Der Zubehör Hersteller Fox hat als erster ein Luftfahrwerk auf den Markt gebracht. Bei diesem Konzept konnte auf eine Feder ganz verzichtet werden. Das System ist dadurch um bis zu 3,5kg leichter als vergleichbare Dämpfer bei min. gleicher, oftmals aber besseren Perfomance als die vorher beschriebenen Feder/Dämpfer Systeme. Die meisten Sportquads der Premiummarken haben eine hintere Schwinge aus Aluminium Druckguss. Diese ist leichter als geschmiedete oder geschweißte Schwingen aus Stahl. Zusammen mit Aluminiumfelgen wird dadurch eine wesentliche Reduzierung der ungefederten Masse an der Hinterachse erzielt. Der hintere Dämpfer ist oftmals nicht direkt oben auf der Schwinge angebunden, sondern stützt sich auf ein Umlenksystem. Dieses soll die vorher beschriebene Progression des einzelnen hinteren Dämpfers noch zusätzlich unterstützen. Das Fahrwerk ist die wichtigste Systemgruppe am Quad, weit vor der Motorleistung. Denn wenn das Fahrwerk nicht richtig funktioniert kann die Motorleistung nicht vollständig genutzt werden. Zudem wird die Kondition des Fahrers stark beansprucht.
Gestoppt werden Quads mit Scheibenbremsen an der Vorder- und Hinterachse, welche hydraulisch (über Mehrkolbenbremszangen) oder mechanisch (über Bowdenzug) betätigt werden. Hochwertige Maschinen haben zudem Stahlflex-Bremsleitungen. Die Trommelbremse ist nicht mehr zeitgemäß und wird nur noch an einfachen Maschinen verbaut. Der Hersteller Kawasaki geht mit einer gekapselten Ölbad-Mehrscheibenbremse an der Hinterachse seiner ATVs und der KFX700 einen Sonderweg.
Die Rahmen der höherwertigen Sportquads sind in der Regel Hybridrahmen aus Stahl und Aluminium mit einer hohen Verwindungssteiffigkeit. Kawasaki bietet in seiner KFX450R einen Komplettrahmen in Aluminium an. Die DS450 EFI von CAN-AM (neuer Markenname für Bombardier ATV´s und Quads) hat ebenfalls einen Aluminiumrahmen, der im innovativen Pyramiden Design gestaltet ist. Der komplette Rahmen kommt ohne Schweißnähte aus und wird mit Aluminiumbolzen und Schrauben zusammengehalten, so dass das Skelett mit weniger Teilen stabiler aufgebaut werden konnte als konventionelle Rahmen. Das Gesamtgewicht des Rahmens beträgt lediglich 16,7 kg.
Für Rennzwecke können zusätzlich Nerv Bars (Schutzbügel), Lenkungsdämpfer, eine verstärkte Lenksäule und Lenker, ein Kill-Switch, also eine Abreißleine zu einem Notausschalter, allerlei Motortuning-Teile sowie verbreiterte A-Arms und Hinterachsen verbaut werden.
Die Fahrzeuge werden in der Regel als reines Geländefahrzeug nach Europa importiert und müssen für die Straßenzulassung aufwändig von den Importeuren bzw. Händlern umgerüstet werden. Bei der Umrüstung werden Scheinwerfer, Blinker, Bremslichter, Standlicht und Tacho nach EC-Norm angebaut.
Hauptsächlich betroffen von diesen Umbaumaßnahmen sind die Hubraumstarken Maschinen der Premiummarken wie z. B. Yamaha, Kawasaki, Polaris oder CAN-AM, die nach geltendem deutschen Recht nur mit einer Zulassung als landwirtschaftliche Zugmaschinen legal auf die Straße gebracht werden können. So muss, zusätzlich zu den oben beschriebenen Maßnahmen, an diese Sportgeräte eine zweite Hauptbeleuchtungsanlage sowie eine Anhängerkupplung mit Steckdose montiert werden. Diese Art der Zulassung hat aber einen Vorteil. Da Quads in der Regel Benzinmotoren haben (mit Ausnahme einer Maschine von Arctic Cat), muss keine Abgasuntersuchung gemacht werden, da es für Benziner in dieser Zulassungskategorie keine Grenzwerte gibt. Probleme bei der LoF-Zugmaschinenzulassung neuerer Modelle zeigen allerdings, dass die Behörden in Deutschland nicht mehr bereit sind, typische Straßenfahrzeuge mit eingeschränkter Geländeeignung als Zugmaschinen zuzulassen. Zur Zeit zeichnet sich die Tendenz ab, dass die LoF-Zulassung bei Neuzulassungen nur noch für typische ATVs zur Verfügung steht. Für leistungsfähige Quads (und deren Importeure) ist die Lage zur Zeit prekär, da oft nur noch die VKP-Zulassung zur Verfügung steht (siehe Abschnitt Deutschland).
Sehr viele Maschinen der Einsteigerklasse bis 300 ccm, gerade die der Taiwanesischen und chinesischen Hersteller wie Kymco, Dinli oder SMC, werden serienmäßig mit COC-Papieren (EU-Homologation) geliefert und der EU-Norm entsprechenden Anbauteilen. So ist eine problemlose Zulassung als VKP möglich. Die COP-Papiere sind EU-weit gültig, so dass z. B. eine Maschine mit erster Zulassung in Deutschland nach einem Verkauf in ein anderes EU-Land auch dort zugelassen werden kann. Dies ist mit einer Zugmaschinenzulassung nicht möglich.
Quelle: Div., Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Quad Stand: 01.09.2009.
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